Medienpreis Sonderheft
Kendris

Willkommen

Werbung im Nirwana


Es soll doch in der Tat Banken geben, die 80% ihrer Werbebudgets ins Internet stecken, weil man dort die Kunden massgeschneidert erreichen könne. Wirklich? Können Sie sich daran erinnern, beim Surfen im Internet einmal auf einen Banner gestossen zu sein, der Sie zum Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung verleitet hat? Ich jedenfalls nicht. Im Gegenteil: Wenn ich zum Beispiel die New York Times lese (digital), kommen da nur nervende Banner, die nichts, aber auch gar nichts mit mir zu tun haben. So empfiehlt mir das KV Zürich (Pardon: die «Business School»), auf dem zweiten Bildungsweg die Matur nachzuholen. Und so weiter und so fort. Werbegelder «massgeschneidert » ins Nirwana verpulvert.


Das hat sogar Mark Zuckerberg kapiert. Als Facebook Anfang Jahr in einen Datenschutzskandal geriet, bei dem persönliche Informationen von 87 Millionen Nutzern missbraucht wurden, reagierte er unverzüglich. Aber nicht wie man erwarten würde mit einer Social-Media-Kampagne; nein: mit ganzseitigen Inseraten in Zeitungen und Zeitschriften. Offensichtlich weiss Facebook, dass 1 Print-Inserat mehr wert ist als 1’000 Internet-Banner.


Dr. Norbert Bernhard, Chefredaktor

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